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FinTech-Sicherheit auf Post-Quanten-Kryptografie umstellen – Leitfaden für 2026

Geschrieben von Audrey Fily | Jul 30, 2026

 

Ein praxisorientierter Leitfaden für die Migration zu Post-Quanten-Kryptografie

Die Quantenmigration ist in die Planungsphase eingetreten

Über viele Jahre galt die Post-Quanten-Kryptografie (Post-Quantum Cryptography, PQC) als Zukunftsthema. Heute ist sie zu einer strategischen Priorität geworden.

Seit der Standardisierung der ersten Post-Quanten-Kryptografie-Algorithmen durch NIST im Jahr 2024 haben Regierungen und Cybersicherheitsbehörden weltweit ihren Fokus von der Forschung auf die praktische Umsetzung verlagert. Unternehmen sind heute gefordert, ihre kryptografischen Abhängigkeiten zu analysieren, Migrationsstrategien zu entwickeln und ihre kritischen Systeme auf eine quantensichere Zukunft vorzubereiten.

Diese Dringlichkeit nahm ihm Jahr 2026 weiter zu, als die Vereinigten Staaten eine Executive Order verabschiedeten, welche den Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie für besonders schützenswerte Systeme beschleunigt und eine schnellere Validierung von PQC-Modulen fordert. Vergleichbare Empfehlungen von NIST, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie dem britischen National Cyber Security Centre (NCSC) vermitteln weltweit dieselbe Botschaft: Die Migration hat begonnen.

Für FinTech-Unternehmen hat dieser Wandel eine besondere Bedeutung. Banken, Zahlungsdienstleister, Plattformen für digitale Vermögenswerte und Betreiber von Finanzinfrastrukturen verlassen sich bei nahezu jeder geschäftskritischen Funktion auf Kryptografie. Kundenauthentifizierung, Zahlungsabwicklung, API-Sicherheit, digitale Signaturen, Blockchain-Verwahrung und das Management kryptografischer Schlüssel basieren auf Algorithmen, die künftig ersetzt oder erweitert werden müssen.

Die Herausforderung besteht darin, dass die Migration zur Post-Quanten-Kryptografie kein einzelnes Upgrade ist. Vielmehr handelt es sich um einen mehrjährigeenTransformationsprozess, der Anwendungen, Infrastruktur, Schlüsselmanagement, Zertifikate, HSMs, Protokolle und betriebliche Abläufe umfasst.

Die gute Nachricht: Dieser Übergang muss nicht auf einmal erfolgen.

Eine erfolgreiche Migration zur Post-Quanten-Kryptografie erfolgt schrittweise. Unternehmen, die ihre kryptografischen Abhängigkeiten verstehen, die risikoreichsten Systeme priorisieren und auf eine crypto-agile Infrastruktur setzen, können sich auf das Quantenzeitalter vorbereiten und gleichzeitig einen unterbrechungsfreien Betrieb sicherstellen.

Warum FinTech-Unternehmen vor grösseren Herausforderungen stehen als die meisten anderen Branchen

Jedes Unternehmen nutzt Kryptografie. FinTech-Unternehmen basieren vollständig darauf.

Ob bei der Absicherung von Zahlungstransaktionen, dem Schutz digitaler Vermögenswerte, der Ausstellung von Zertifikaten oder der Signierung finanzieller Nachrichten – Kryptografie ist tief in der gesamten Technologiearchitektur verankert. Während in vielen Branchen nur wenige Systeme auf Public-Key-Kryptografie angewiesen sind, betreiben Finanzunternehmen häufig Hunderte miteinander verbundener Anwendungen, die täglich darauf angewiesen sind.

Dadurch wird die Migration deutlich komplexer als der blosse Austausch von RSA oder ECC gegen neue quantensichere Algorithmen.

Verantwortliche für Informationssicherheit müssen dabei Performance, Interoperabilität, regulatorische Anforderungen und die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs berücksichtigen.Gleichzeitig müssen sie sicherstellen, dass bestehende Dienste ohne Unterbrechung weiterlaufen.

Vier Herausforderungen, auf die sich FinTech-Sicherheitsverantwortliche vorbereiten sollten

1. Grössere Schlüssel und Signaturen

Eine der ersten praktischen Auswirkungen der Post-Quanten-Kryptografie ist dieGrösse der Schlüssel und Signaturen.

Post-Quanten-Schlüssel und digitale Signaturen sind deutlich grösser als die heutigen RSA- oder Elliptic-Curve-Verfahren. Dadurch steigen die Anforderungen an Speicherplatz, Netzwerkbandbreite und Arbeitsspeicher.

Für Finanzunternehmen, die täglich Millionen von Transaktionen verarbeiten, können sich diese Veränderungen unmittelbar auf die Performanceplanung auswirken.

2. Integration in bestehende Infrastrukturen

Migrationsprojekte scheitern selten an der Kryptografie selbst,sondern an der Integration.

Neue APIs, hybride Zertifikate, aktualisierte Protokolle und grössere Datenmengen können Zahlungsgateways, Authentifizierungsdienste, interne Anwendungen sowie Integrationen mit Drittanbietern beeinflussen.

Bevor quantensichere Algorithmen produktiv eingesetzt werden, sollten Sicherheitsteams die Interoperabilität von TLS, das Zertifikatslebenszyklusmanagement, die Anwendungskompatibilität sowie API-Integrationen umfassend validieren.

Tests in einer isolierten Umgebung ermöglichen es, Integrationsprobleme frühzeitig zu erkennen, ohne den Geschäftsbetrieb zu beeinträchtigen. Securosys stellt hierfür eine kontrollierte CloudHSM-Testumgebung bereit, in der PQC-Implementierungen vor dem produktiven Einsatz validiert werden können.

3. Performance unter Produktionslast

Post-Quanten-Algorithmen stellen neue Anforderungen an die Rechenleistung.

Ohne eine Infrastruktur, die auf Crypto Agility ausgelegt ist, können Unternehmen bei hoher Auslastung geringeren Durchsatz oder eine weniger vorhersehbare Performance feststellen.

Dies ist insbesondere für latenzkritische Finanzanwendungen wie Zahlungsautorisierung, Handelsplattformen oder Blockchain-Infrastrukturen von grosser Bedeutung.

4. Standards entwickeln sich kontinuierlich weiter

Obwohl NIST bereits die ersten Algorithmen standardisiert hat, entwickelt sich die PQC-Landschaft kontinuierlich weiter.

Neben den heute von NIST standardisierten Algorithmen (ML-KEM, ML-DSA und SLH-DSA) entstehen weitere Verfahren. Deshalb ist langfristige Crypto Agility entscheidend. Die heute gewählte Infrastruktur sollte zukünftige Algorithmen unterstützen können, ohne dass ein vollständiger Austausch der Hardware erforderlich ist.

Fazit

Quantencomputer, die die heutige Public-Key-Kryptografie brechen können, liegen möglicherweise noch einige Jahre in der Zukunft. Mit den Vorbereitungen für diese Entwicklung sollte jedoch nicht gewartet werden.

Für FinTech-Unternehmen geht es bei der Migration zur Post-Quanten-Kryptografie letztlich darum, operative Risiken zu reduzieren und gleichzeitig Vertrauen, Compliance und die Verfügbarkeit geschäftskritischer Dienste sicherzustellen.

Unternehmen, die ihre kryptografischen Abhängigkeiten zunächst vollständig erfassen, ihre kritischsten Systeme priorisieren, hybride Implementierungen validieren und in eine crypto-agile Infrastruktur investieren, sind besser darauf vorbereitet, sich an die Weiterentwicklung kryptografischer Standards anzupassen. Werfen Sie einen Blick auf unseren Leitfaden zur PQC-Migration. Dieser beschreibt die Phasen der Bestandsaufnahme, kontrolliertes Testen, hybride Implementierung und die schrittweise Einführung in den Produktivbetrieb.

Die Migration ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Unternehmen, die bereits heute mit der Planung beginnen, werden am besten auf die nächste Generation der Cybersicherheit vorbereitet sein.

Bereit für den Einstieg in Ihre Migration zur Post-Quanten-Kryptografie?

Erfahren Sie, wie Securosys Primus HSM und Securosys CloudHSM hybride Kryptografie, von NIST standardisierte Post-Quanten-Algorithmen und eine crypto-agile Infrastruktur unterstützen, um Finanzunternehmen einen sicheren und planbaren Übergang in das Quantenzeitalter zu ermöglichen.